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Molekulare Diagnose der Fäulnispilze in Stadtbäumen


Prof. Dr. Olaf Schmidt, Universität Hamburg
Dipl.-Ing. (FH) Forstwirtschaft Oliver Gaiser, Institut für Baumpflege
Prof. Dr. Dirk Dujesiefken, Institut für Baumpflege, Hamburg

Diese neue Methode wird auf den Deutschen Baumpflegetagen in Augsburg am 3. bis 5. Mai 2011 von Prof. Dr. Olaf Schmidt, Universität Hamburg, ausführlich vorgestellt.

Linde mit Polyporus squamosus (Schuppiger Stielporling)Stadtbäume fördern Mikroklima und mensch-liches Wohlbefinden, sind als organisches Material jedoch anfällig für Fäuleschäden durch Pilze.

Zur Abschätzung des weiteren Lebensverlaufes eines pilzbefallenen Baumes ist die Kenntnis des Schaderregers wichtig. Obwohl Fäulnis im Baum stetig fortschreiten kann, sind informative Fruchtkörper zur Arterkennung jedoch nicht immer vorhanden. Zwar ist eine Isolierung von Pilzmycel mit folgender Rein-kultivierung im Labor möglich, sie benötigen jedoch einige Wochen, und auch die anschließende mikroskopische Diagnose des Pilzes ist mühsam und nicht immer sicher.

Für eine rasche Diagnose eines Pilzes aus dem faulen Inneren eines Baumes wurde daher in der Abteilung für Holzbiologie, Zentrum Holzwirtschaft, Universität Hamburg, zusammen mit dem Institut für Baumpflege, Hamburg, ein molekularer Schnelltest entwickelt. Hierbei wurde von 36 häufigen und selteneren Fäulnispilzen an Stadtbäumen an Hand ihrer Fruchtkörper ein bestimmter Abschnitt der ribosomalen DNS (ITS-Bereich) sequenziert. Bei dem Schnelltest wird aus befallenem Holz die Pilz-DNS extrahiert und ihre ITS-Sequenz ebenfalls ermittelt. Durch Vergleich dieser Basenfolge mit den authentischen Sequenzen der Fruchtkörper wird die Art des Schadpilzes erkannt. Die Methode wurde am Holz von 10 Bäumen erprobt und erwies sich als schnell (1 Woche) und sicher.

Robinie mit Laetiporus sulphureus (Schwefelporling)Platane mit Fruchtkörper und Nekrose


  Text und Fotos wurden der Redaktion vom Institut für Baumpflege, Hamburg, überlassen.
  redaktion galk.de, 11. Januar 2011